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Neuerscheinung
zum Thema:
Der internationale Kampf gegen die Straflosigkeit schwerer Menschenrechtsverletzungen
Bianca
Schmolze, Knut Rauchfuss (Hrsg.):
Kein Vergeben. Kein Vergessen.
Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit
ISBN 978-3-935936-79-8
422 Seiten; 20,- €
http://www.assoziation-a.de/vor/Kein_Vergeben_Kein_Vergessen.htm
Zum
Buch:
Bis vor wenigen Jahren wurden
Ex-Diktatoren allenfalls ins Exil geschickt, um dort einen weitgehend
unbehelligten Lebensabend zu verbringen das galt weltweit als normal.
Einige blieben gar im Land und traten später als Präsidentschaftskandidaten
im formaldemokratischen Gewand an.
Strafprozesse gegen Kriegsverbrecher oder Ex-Diktatoren und ihre Handlanger
blieben ebenso die Ausnahme wie die Wahrheitsfindung über das Schicksal
der Opfer und eine umfassende Rehabilitierung und Entschädigung der
Überlebenden.
Dass sich Täter heute zunehmend auf der Anklagebank wiederfinden,
ist nicht zuletzt der akribischen Kleinarbeit von MenschenrechtsaktivistInnen
zu verdanken, die nie aufhörten, die Straflosigkeit schwerer Menschenrechtsverletzungen
zu bekämpfen. Damit haben sie nicht nur dazu beigetragen, die Schicksale
der Opfer aufzuklären, Überlebende zu rehabilitieren und die
Täter ihrer Strafe zuzuführen, sondern obendrein neue Maßstäbe
im internationalen Recht gesetzt.
Die AutorInnen haben die Erfahrungen und Entwicklungen aus 12 Ländern
von Süd- und Mittelamerika, über Europa und Afrika bis
Asien zusammengetragen, um den unermüdlichen Einsatz von Überlebenden,
Angehörigenverbänden, AnwältInnen und MenschenrechtsaktivistInnen
und ihre Erfolge im Kampf gegen Straflosigkeit festzuhalten. Dabei zeichnen
sie den langen Kampf gegen staatlich verordnetes Vergeben und Vergessen
in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten mit dem Ziel
nach, Lehren und Erfahrungen zusammenzuführen, um die zukünftige
Verfolgung schwerer Menschenrechtsverletzungen erfolgreicher durchsetzen
zu können.
Mit Beiträgen von Bianca Schmolze, Knut Rauchfuss und Boris Kanzleiter
Aus dem Vorwort:
"[...] 'Kein Vergeben, kein Vergessen' ist einer jener Grundsätze,
mit denen in weiten Teilen der Welt Menschen um ihr Recht auf Anerkennung
des Erlittenen kämpfen, um die Erinnerung an diejenigen, die in den
Folterkellern ihr Leben ließen, in ihren Häusern oder auf offener
Straße ermordet wurden, und um die Bestrafung der Verantwortlichen.
Die Idee zu diesem Buch ist aus diesen Kämpfen entstanden.
Zwölf Jahre vor Erscheinen dieses Buches gründete sich in Bochum
die Medizinische Flüchtlingshilfe, eine Menschenrechtsorganisation,
die neben medizinischer Hilfe für Flüchtlinge ohne Papiere auch
psychosoziale Unterstützung für Überlebende von Folter
und Krieg anbietet. Seit Februar 2008 ist die Medizinische Flüchtlingshilfe
durch den internationalen Dachverband der Therapiezentren für Folteropfer
(IRCT) als Bochumer Mitgliedszentrum akkreditiert.
Doch nicht nur individualtherapeutisch hilft die Medizinische Flüchtlingshilfe
Überlebenden von Folter und Krieg. Als Menschenrechtsorganisation
fördert sie im Rahmen ihres Arbeitsschwerpunktes 'Gerechtigkeit heilt'
auch den internationalen Kampf gegen die Straflosigkeit schwerer Menschenrechtsverletzungen,
wissend, dass die Straffreiheit der Täter die alten Wunden täglich
neu aufreißt und ihr Leiden verlängert.
'Gerechtigkeit heilt' bildet die Brücke zwischen der psychosozialen
Arbeit mit Überlebenden schwerer Menschenrechtsverletzungen, der
gesellschaftlichen Aufarbeitung der gewaltsamen Vergangenheit und der
Demokratisierung der Zukunft in jenen Ländern, aus denen Menschen
zu Zehntausenden fliehen mussten und oft heute noch fliehen müssen.
Immer wieder wandten sich Menschenrechtsorganisationen oder Angehörigengruppen
aus den unterschiedlichsten Ländern an die Medizinische Flüchtlingshilfe,
um sich über die Erfahrungen, Strategien und Erfolge der Menschenrechtsbewegungen
anderer Länder informieren zu lassen. Wieder und wieder tauchte dabei
die Forderung auf, den Austausch dieser Erfahrungen zu koordinieren, zuletzt
auf einem internationalen Kongress, den die Medizinische Flüchtlingshilfe
im Oktober 2005 in Bochum unter dem Titel Gerechtigkeit heilt veranstaltete.
Seit 2007 koordiniert die Medizinische Flüchtlingshilfe zu diesem
Zweck ein weltweites Netzwerk, das mittlerweile mehr als 60 Nichtregierungsorganisationen
und Einzelpersonen in mehr als 26 Ländern auf allen Kontinenten umfasst.
<www.gerechtigkeit-heilt.de>
Zwischen November 2004 und Juli 2007 überprüfte die Medizinische
Flüchtlingshilfe die These 'Gerechtigkeit heilt' in einer wissenschaftlichen
Studie, die die Erfahrungen aus dreizehn Ländern zusammentrug und
die gesundheitlichen Auswirkungen der Straflosigkeit auf Überlebende
und
Angehörige von Opfern untersuchte. Die sozialpsychologischen Ergebnisse
der Studie wurden in deutschen und internationalen Fachpublikationen veröffentlicht.
Die unterschiedlichen Strategien, mit denen nach dem Ende von Diktaturen
oder Kriegen versucht wurde, mit den Verbrechen der Vergangenheit umzugehen,
werden anhand von zwölf ausgewählten Ländern mit diesem
Buch erstmals vorgelegt. [...]"
Rezensionsexemplare des Buches können angefordert werden
unter:
berlin@assoziation-a.de
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