Presseerklärung

5. August 2003


Kosovoalbanerin kann durch Operation geholfen werden
Medizinische Flüchtlingshilfe e.V. bittet Bochumer Bevölkerung um Spenden
für Behandlung

Frau B.* ist 26 Jahre alt. Die muslimische Kosovoalbanerin hat nach ihrer
Ausbildung als Kinderkrankenschwester bis zum Beginn des Krieges 1997 in
einem Krankenhaus in Pristina gearbeitet. Jeden Tag machte sie sich von
ihrem Dorf in der Nähe der Stadt auf den Weg in die Stadt, bis die Familie
kurz vor Ende des Krieges nach Pristina fliehen musste. Kurz darauf wurden
in ihrem Heimatort 120 ZivilistInnen ermordet. Sie war noch einmal
entkommen. Ihr Bruder erzählt von dem Massaker und berichtet von der
späteren Entdeckung eines Massengrabes.
Das Leben in Pristina war von Angst geprägt, denn auch dort war Frau
B. nicht sicher. Die strengen Ausgangssperren schränkten die
Bewegungsfreiheit der Menschen stark ein. Ihrem Beruf konnte sie zunächst
nicht mehr nachgehen. Eine alte Bekannte und Berufskollegin des ehemaligen
Krankenhauses erzählte Frau B. von einer versteckten Krankenstation und bat
sie um Unterstützung. Frau B. willigte ein und arbeitete fortan wieder als
Krankenschwester im Untergrund. Drei Monate lang gelang es, die heimliche
Hilfe zu leisten, bis serbische Milizen die Station entdeckten. Bei einer
Durchsuchung verweigerte Frau B. die Auskunft über die Organisationsstruktur
der Station. Daraufhin übergoss sie einer der Männer mit einem Topf
kochenden Wassers aus der benachbarten Küche. Frau B. versuchte
auszuweichen, aber Hals und Brust sowie ein Teil des Gesichtes erlitten
starke Verbrühungen dritten Grades.
Nun brauchte Frau B. selbst dringend Hilfe. Eine Therapie erhielt sie jedoch
nicht. Der Vater besorgte Salben aus einer entfernten Stadt, mit denen er
sie notdürftig versorgte. Die Wunden heilten mehr schlecht als recht und mit
starker Narbenbildung. In den kommenden Monaten führten die Narben im
Halsbereich dazu, dass sie ihren Kopf nicht mehr gerade halten konnte.
Seither muss die junge Frau mit den narbigen Entstellungen und der
Kopffehlhaltung leben.

Frau B. möchte einfach nur ein unbeschwertes Leben führen, ein Leben ohne
Verbrennungsnarben, Entstellungen und Haltungsschäden, ein Leben, zu dem
vielleicht eines Tages ein Ehemann und Kinder gehören könnten. Und sie
möchte ihren Beruf eines Tages wieder ausüben können.
Im Mai 2002 flüchtete sie nach Deutschland zu ihrem Bruder. Mit Hilfe der
Medizinischen Flüchtlingshilfe und der Unterstützung eines Bochumer
Krankenhauses könnte es nun möglich werden, Frau B. mit Hilfe einer
Operation von ihren Narben zu befreien.
Doch Operationen kosten Geld und Frau B. ist wie viele Flüchtlinge nicht
krankenversichert.
Die Medizinische Flüchtlingshilfe ruft die Bochumer Bevölkerung daher auf,
für die Operation von Frau B. zu spenden. Überschüssige Spendengelder werden
für Behandlungen weiterer Flüchtlinge eingesetzt.
Spenden an die Medizinische Flüchtlingshilfe sind steuerlich abzugsfähig.

Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
Kontonummer: 24401341
Sparkasse Bochum
BLZ: 430 500 01
Kennwort: Behandlungshilfe


Für nähere Medienauskünfte steht Dr. Martin Engelhardt unter der Rufnummer
0174-2446764 zur Verfügung.

*) Name von der Medizinischen Flüchtlingshilfe anonymisiert.