Pressemitteilung, 11. April 2005

Ein menschenwürdiges Leben nach drei Operationen
Medizinische Flüchtlingshilfe e.V. bittet um Spenden


Ibadete B. ist erst 26 Jahre alt. Die muslimische Kosovoalbanerin hat bis zu Beginn des Krieges 1997 als Kinderkrankenschwester in einem Krankenhaus in Pristina gearbeitet. Kurz vor Ende des Krieges musste ihre Familie ihr nahegelegenes Dorf verlassen und nach Pristina fliehen. Kurz darauf wurden in ihrem Heimatdorf 120 Menschen ermordet.

Auch das Leben in Pristina war von Angst geprägt. Ihren Beruf konnte Frau B. unter anderem wegen der Ausgangssperren zunächst nicht mehr ausüben. Schließlich arbeitete sie zusammen mit einer Kollegin in einer Krankenstation im Untergrund. Drei Monate lang gelang es ihr, so Hilfe zu leisten, bis serbische Milizen die Station entdeckten. An diesem Tag begann ihr persönlicher Leidensweg.
Als die Milizen die Station durchsuchten, weigerte sie sich Auskunft über die internen Organisationsstrukturen zu geben. Daraufhin überschüttete sie einer der Soldaten mit kochendem Wasser. Die junge Frau erlitt schwerste Verbrühungen dritten Grades an Hals, Schultern und in Teilen des Gesichts. Weil eine Therapie nicht möglich war, bildeten sich starke Narben. Die Narbenbildung am Hals führte dazu, dass sie ihren Kopf nicht mehr aufrecht halten konnte. Außerdem war ihr Gesicht entstellt.

Ibadete B. wünschte sich ein normales Leben ohne Schmerzen, Narben und Entstellungen. Und sie wollte ihren Beruf eines Tages wieder ausüben können. Im Mai 2002 flüchtete sie nach Deutschland zu ihrem Bruder. Durch die Hilfe der Medizinischen Flüchtlingshilfe, eines Bochumer Krankenhauses und einer weiteren Organisation ist die junge Frau inzwischen drei mal operiert worden. Die Eingriffe ermöglichen ihr ein relativ normales Leben. Sie ist schmerzfrei und kann sich jetzt auch wieder in der Öffentlichkeit zeigen.

Wie viele Flüchtlinge ist die Kosovoalbanerin nicht krankenversichert. Die Kosten für die erste Operation konnte die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e. V. durch einen Spendenaufruf im August 2003 tragen.
Die Flüchtlingshilfe möchte sich bei den Spendern dafür noch einmal sehr herzlich bedanken!
Nachdem die zweite Operation von einer anderen Hilfsorganisation finanziert worden ist, muss jetzt die dritte Operation bezahlt werden. Die Medizinische Flüchtlingshilfe bittet die Bochumer Bevölkerung deshalb noch einmal zu spenden. Insgesamt werden rund 2.600 Euro benötigt.

Spenden bitte auf das Konto:
Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
Sparkasse Bochum
Konto-Nr. 24401341
BLZ 43050001
Stichwort: dritte OP