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Bochum, den 12.06.2003
Flüchtling nach Abschiebung inhaftiert
Abschiebung trotz Transportunfähigkeit vollzogen
Medizinische Flüchtlingshilfe protestiert
Am Vormittag des 12. Juni wurde der kurdische Flüchtling Sabri Yildiz in der Türkei verhaftet. Die deutschen Behörden hatten seinen Asylantrag abgelehnt und ihn in der Abschiebe-Haftanstalt Büren inhaftiert. Seit 34 Tagen befand sich Yildiz dort im Hungerstreik, um gegen seine bevorstehende Abschiebung in den Folterstaat zu kämpfen. Sein Anwalt zeigte sich im Gespräch erschreckend schlecht über den Mandanten informiert.
Erst vor wenigen Tagen war Yildiz in die Krankenabteilung des Gefängnisses verlegt worden, da er vor Schwäche zusammenbrach. Nach Angaben seines Anwalts lag ein ärztliches Attest vor, das Sabri Yildiz Transportunfähigkeit bescheinigte.
Trotz allem wurde er vom Flughafen Düsseldorf aus nach Istanbul deportiert.
Özcan Yildiz hegt große Sorgen, seit sein Bruder Sabri bei der Landung unmittelbar in Untersuchungshaft genommen wurde. Bruder Özcan ist mittlerweile als politischer Flüchtling anerkannt. Doch auch ihm wurde zunächst nicht geglaubt. Nachdem Özcan Yildiz im Jahre 1998 ebenfalls aus Deutschland in die Türkei abgeschoben wurde, wurde auch er direkt am Flughafen in Istanbul verhaftet. Glücklicherweise konnte er nach seiner einjährigen Haft wieder nach Deutschland zurück, wo ihm dann letztendlich Asyl gewährt wurde. Özcan befürchtet nun, dass seinem Bruder dasselbe widerfahren könne, wie ihm selbst - oder gar noch Schlimmeres.
Vater Hüseyin Yildiz wird bereits seit mehreren Jahren in der Türkei beobachtet und immer wieder nach seinen Söhnen befragt.
Heute Nachmittag ist Sabri Yildiz gegen 17 Uhr sofort nach der Landung in Istanbul von der Polizei in Untersuchungshaft gebracht worden.
Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V. protestiert aufs Schärfste gegen die unmenschliche Abschiebepraxis und fordert die Behörden auf, dem noch laufenden Asylfolgeantrag umgehend zuzustimmen. Außerdem verlangt die Medizinische Flüchtlingshilfe vom Auswärtigen Amt, sich für die umgehende Rückkehr von Sabri Yildiz einzusetzen.
Die Medizinische Flüchtlinghilfe wird in Zusammenhang mit dem türkischen Menschenrechtsverein IHD diesen Fall weiter beobachten.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen unter der o.g. Telefonnummer gerne zur Verfügung.
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