| Presseerklärung der Kampagne
„Gerechtigkeit heilt - Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit“
der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
Kampagne "Gerechtigkeit heilt" fordert
Entschuldigung oder Rücktritt
Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist die Rede Oettingers eine Beleidigung für die Überlebenden und die Angehörigen von Opfern des NS-Regimes, insbesondere für die Deserteure, die von Urteilen wie jenen, an denen Filbinger beteiligt gewesen war, betroffen waren. Sie und diejenigen, die dem Nationalsozialismus wirklich widerstanden haben, sind es, die die Anerkennung der Gesellschaft verdienen, und nicht Scharfrichter wie Filbinger und sein Grabredner Oettinger. Mit seiner Rede-Relativierung scheint Oettinger einen kollektiven Gedächtnisschwund
herbeireden zu wollen. „Eine Gesellschaft ohne Gedächtnis“,
sagt Bianca Schmolze, „ist eine Gesellschaft, die blind ist gegenüber
ihrer Vergangenheit und Gegenwart und die Gefahr läuft, in der Zukunft
die Fehler und Verbrechen zu wiederholen, die sie verdrängt hat.“ Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit strebt nach der weltweiten Einhaltung internationaler Menschenrechts- und Justizstandards, um einen Missbrauch der Justiz durch Diktaturen oder andere repressive Regime zu vermeiden. Sie wendet sich daher nachdrücklich gegen furchtbare Juristen wie Filbinger und versucht dazu beizutragen, dass jene, die für Verbrechen gegen die Menschheit Verantwortung tragen, ihrerseits vor Gericht gestellt und in einem rechtsstaatlichen Prozess zur Verantwortung gezogen werden. Die deutsche Nachkriegsgeschichte ist über Jahrzehnte durch ihre personellen Kontinuitäten zum nationalsozialistischen Verbrecherregime geprägt gewesen. Dies gilt auch für die Justiz. „Doch nur ohne solche Richter kann es Gerechtigkeit geben“, bekräftigt Bianca Schmolze. Nach dem „Nie- Wieder“ von 1945 wurden solche Kontinuitäten nur möglich durch Leute, die wie Oettinger Schönfärberei betrieben haben und heute noch betreiben. Ein solcher Ministerpräsident ist nicht tragbar. Daher fordert die Kampagne "Gerechtigkeit heilt" eine öffentliche Entschuldigung und Richtigstellung durch den Ministerpräsidenten und anderenfalls seinen Rücktritt. Für weitere Informationen steht Ihnen Bianca Schmolze
unter Tel.: +49 234 904 13 80 donnerstags und freitags zur Verfügung. |