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Presseerklärung, 13.05.2004
Für das Recht in Frieden zu leben Nie wieder
Folter !
Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum und Bochumer Friedensplenum protestieren
gegen Folter und Krieg
Kundgebung: Samstag, 15.Mai 2004, 11 Uhr, Bochum-Innenstadt (Ecke
Kortumstr./Huestr.)
Täglich berichten die Zeitungen über Bombenexplosionen und Mörserbeschuss,
über Attentate und Vergeltungsaktionen, über Sperrfeuer und Exekutionen
auf den Straßen des besetzten Irak.
Gezählt werden dabei vor allem die Leichen jener Allianz, deren Militär
vor wenig mehr als einem Jahr völkerrechtswidrig den Irak überfiel. Wenn
es so weitergeht, wird alleine die Zahl der toten US-amerikanischen GIs
in diesem Sommer die Tausendermarke durchbrechen.
Die Zahl der irakischen Opfer zu ermitteln, sehen die Besatzungsbehörden
keine Notwendigkeit. Schätzungen gehen in die Zehntausende erschossen,
zerbombt und zu Tode gefoltert auf offener Straße, in ihren Häusern und
in den Gefängnissen des Landes, im Namen von Freiheit und Demokratie.
Die Lügen über irakische Massenvernichtungswaffen, mit denen dieser Krieg
begründet wurde, sind längst offenbar. Nun erweist sich auch die angebliche
Absicht einer Demokratisierung des Irak als offenkundiges Märchen. Schlimmer
noch, die sogenannte "Anti-Terror-Koalition", die früher schon
das Folterregime Saddam Husseins unterstützte – bevor sie sich mit ihm
überwarf –, foltert heute eigenhändig in Bagdad. Tausende von Bildern
beweisen heute, was Menschenrechtsorganisationen bereits seit längerer
Zeit erfolglos anprangern. Die Folter gehört zur zerstörerischen Systematik
dieses Krieges ebenso wie seine Bomben. Und in gleicher Weise trifft sie
die Zivilbevölkerung mit dem Ziel, die Persönlichkeiten von Menschen zu
zerstören, ihre Würde mit Füßen zu treten, jede Form von Selbstachtung
der betroffenen Bevölkerung auszulöschen und oft genug das menschliche
Leben selbst.
Doch nicht nur im Irak werden von den Besatzungstruppen Menschenrechte
und Menschenwürde aufs Schärfste verletzt. Die sogenannte "Anti-Terror-Koalition"
unterhält ihre völkerrechtswidrigen Internierungslager bereits seit zweieinhalb
Jahren im kubanischen Guantanamo, wo Menschenrechte ebenfalls systematisch
verletzt werden.
Wir können und dürfen dieser menschenverachtenden Logik nicht schweigend
gegenüberstehen. Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum und das Bochumer
Friedensplenum rufen daher auf zu einer gemeinsamen Kundgebung, um gegen
die systematischen Menschenrechtsverletzungen und gegen den Krieg zu protestieren.
Wir fordern:
- den sofortigen Abzug
der Besatzungstruppen aus dem Irak
- die vorbehaltlose Einhaltung
der Genfer Konventionen und anderer Standards des Völker- und Menschenrechts
- die unmittelbare Auflösung
der Internierungslager in Guantanamo
- die strafrechtliche Verfolgung
der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die durch die Besatzungstruppen
verübt werden, einschließlich der Verurteilung der politisch Verantwortlichen.
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