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Presseerklärung
des Forum für Frieden und Demokratie in Kurdistan und der Türkei
c/o Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
20.3.1999, 16:00 Uhr
Massenverhaftungen in der Türkei und in Kurdistan
Österreichische Delegation in Mardin festgesetzt
Delegationsübersetzerinnen in Istanbul verhaftet
Nach Informationen des türkischen Menschenrechtsvereines IHD sind seit gestern in Diyarbakir über 2000 Personen festgenommen worden. Zur Zeit werden auch im Westen der Türkei demokratische Institutionen überfallen und geschlossen. Derzeit finden Polizeirazzien gegen die Rechtshilfestiftung TOHAV, das mesopotamische Kulturzentrum MKM in Istanbul, die Arbeiterfrauen-Vereinigung IKB und verschiedene Stadtteilkommitees der legalen prokurdischen Partei HADEP statt. Ein Versuch, die HADEP noch vor den im April stattfindenden Wahlen verbieten zu lassen, ist jüngst gescheitert.
Unter den Verhafteten befinden sich auch zwei deutsche Staatsbürgerinnen, Gülten Nurten Sahin und Handan Pervasiz. Sie hielten sich als Übersetzerinnen von Menschenrechtsdelegationen im Mesopotamischen Kulturzentrum in Istanbul auf, als Polizeieinheiten das Gebäude um 15:30 Uhr Ortszeit stürmten. Ortszeit wurden verhaftet. Während die Delegationen aus Sachsen-Anhalt und NRW mit Gewalt aus dem Zentrum entfernt wurden, zwang die Polizei die beiden Übersetzerinnen, die ebenfalls einen deutschen Paß haben, zunächst mit den übrigen Gästen des Zentrums in den Räumlichkeiten des Vereins zu bleiben. Gegen 16:00 Uhr Ortszeit wurden alle dort Festgehaltenen in Polizeibusse verfrachtet und inhaftiert. Seitdem fehlt jeder Kontakt zu den Festgenommenen.
Auch die Verhaftung einer österreichischen Delegation in Mardin wird berichtet.
Die Verhaftungen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem am morgigen Tag stattfindenden Newroz-Fest. Die Türkei hatte bereits angekündigt, daß jegliche Feiern unterbunden würden. Auch seien MenschenrechtsbeobachterInnen unerwünscht.
(Knut Rauchfuss)
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