| Presseerklärung des Forum für Frieden und Demokratie in Kurdistan und in der Türkei c/o Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V. 21.3.1999, 19:00 Uhr Newroz 1999: Erste Bilanz eines unterdrückten Festes Diyarbakir - eine Stadt im Belagerungszustand Mobilisierungen auch im Westen der Türkei In Diyarbakir geht ein Tag heftigster Auseinandersetzungen dem Ende entgegen. Nach Auskunft der Demokratie-Plattform hielten mehr als 10.000 sogenannte "Sicherheitskräfte" die Stadt bereits seit gestern im Belagerungszustand. Helikopter kreisten den ganzen Tag über der Stadt. Nicht nur die Stadt selbst, sondern auch ihre einzelnen Viertel waren abgeriegelt. Polizeisperren unterbanden jede weiträumige Bewegungsmöglichkeit. Trotz des allgemeinen Verbotes größerer Manifestationen und Feiern, kam es in nahezu jedem Stadtteil dennoch zu lokalen Newroz-Feierlichkeiten. Unter den Angriffen von Polizei und Militär gerieten die Feiern sehr schnell zu Straßenschlachten, bei denen zahlreiche Menschen verletzt wurden. Berichte über Schußwaffeneinsatz von Seiten der Polizei liegen vor. Mehr als 4.000 Menschen wurden nach Auskunft der Demokratie-Plattform im Laufe des Tages dort verhaftet. Es wird jedoch erwartet, daß die Verhaftungswelle im Laufe der Nacht fortdauert. Im Rahmen des Forums für Frieden und Demokratie in Kurdistan und der Türkei arbeiten u.a. die nachfolgend aufgeführten Personen und Gruppen zusammen: Ulla Lötzer (MdB-PDS), Jürgen Korell (BAG Kritische PolizistInnen), Maurice Merlin, Rudolf Bürgel und Rüdiger Lötzer (Kurdistan Rundbrief), Knut Rauchfuss und Mustafa Calikoglu (Medizinische Flüchtlingshilfe), Mehmet Bayval (Kurdisch-deutsche Friedensinitiative), Inge von Alvensleben (Heyva Sor a Kurdistane), Heike Krause (Rechtsanwältin), Maria Seipel-Eberhardt (Hessischer Flüchtlingsrat; Bündnis 90 / Die Grünen), Birgit Landgraf (Kurdistan Solidarität Bochum), Imihan Zorlu (Büro MdB Ulla Jelpke), Beate Rudolph und Brigitte Schubert (Initiative Freiheit für Leyla Zana), Jürgen Neitzert (Kampagne gegen Rüstungsexporte), Mehmet Sahin (Dialog-Kreis:"Krieg in der Türkei: Die Zeit ist reif für eine politische Lösung"), Hans Branscheidt (medico international; Appell von Hannover), Isgard Lechleitner und Reinhold Kühnrich (Informationsdienst zur aktuellen Lage in der Türkei und Kurdistan), Osaren Igbinoba (The Voice of Africa Forum), Uwe Vorberg (PDS-Landesgeschäftsstelle NRW), Nurten Sahin (Dersim-Kulturverein), Oliver Kontny (Internationaler Menschenrechtsverein Bremen; Karawane) Matthias Jochheim (IPPNW: ÄrztInnen gegen den Atomkrieg - ÄrztInnen in sozialer Verantwortung), Ute und Peter Weiß (Bündnis 90 / Die Grünen; GEW), Dorothee Zimmer-Gecici und Müjgan Aslan (Solidaritätsforum für kurdische und türkische Frauen), Hans Werner Maczkiewitz (Aachener Friedenspreis), Reinhardt Schwandt (HBV), Charlotte Schmitz (Initiative zur Solidarität mit kurdischen und türkischen Gewerkschaften), Karin Leukefeld (Informationsstelle Kurdistan, Rechtshilfeverein Azadi), Dr. Hisham Hammad (Bündnis 90 / Die Grünen; SOS-Rassismus), Britta Wente (Komitee zur Unterstützung der kurdischen politischen Gefangenen), Thomas Pillisch (Rote Hilfe Bundesvorstand), u.v.a |