Presseerklärung
des Forum für Frieden und Demokratie in Kurdistan und der Türkei
c/o Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.

21.3.1999, 16:00 Uhr

Delegation aus Wolfsburg kurzzeitig in Malatya verhaftet
Übersetzer weiter wegen "Fahnenflucht" festgehalten
Italienische Delegation wieder frei
Schwer Verletzter in Istanbul

Für kurze Zeit wurde eine Delegation aus Wolfsburg in Malatya von der Polizei festgenommen. Während die Delegationsmitglieder nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, befindet sich der Übersetzer der Gruppe, der deutsche Staatsbürger Hasan Kalkan aus Duisburg, weiter in Haft. Die türkischen Behörden werfen dem bereits als Minderjähriger in die Bundesrepublik Eingebürgerten "Fahnenflucht" vor.
Unterdessen können sich die zwischenzeitlich festgehaltenen italienischen Delegationsmitglieder alle wieder frei bewegen.
Die beiden in Istanbul inhaftierten deutschen ÜbersetzerInnen jedoch sollen bis zu ihrer Abschiebung am kommenden Dienstag weiter in Haft bleiben. Von der in Adana festgenommenen Delegation fehlt weiter jede Information. Dort versuchte der deutsche Honorarkonsul vor Ort Kontakt zu der inhaftierten Delegation aufzunehmen, wurde jedoch von der Sicherheitspolizei zurückgewiesen, da die Zuständigen nicht anwesend seien.
In Diyarbakir werden inzwischen auch drei HolländerInnen zusammen mit der deutschen Delegation festgehalten.
Bei Auseinandersetzungen in Istanbul wurde neben zahlreichen leicht Verletzten ein Jugendlicher schwer verletzt. Der bei weitem größte Teil aller HADEP-Repräsentanten wurde inhaftiert, die Büros sind weiter geschlossen.

(Knut Rauchfuss)