| Presseerklärung, 26.11.2004 Proteste gegen iranische Regierungsdelegation Medizinische Flüchtlingshilfe ruft zur Beteiligung auf Sonntag, den 28.11.2004, um 11.00 Uhr, vor dem Bergbaumuseum In den vergangenen Tagen hat die Medizinische Flüchtlingshilfe mehrfach öffentlich gegen die Einladung einer iranischen Regierungsdelegation zur Eröffnung der Ausstellung „Persiens antike Pracht“ in Bochum protestiert. Der Iran ist ein Land, das auf der Liste derjenigen Staaten, in denen Menschenrechte und Menschenwürde systematisch verletzt werden, weit oben rangiert. Die Menschenrechtsverbrechen im Iran geschehen nicht nur mit Billigung der religiösen Machthaber des Landes. Sie sind darüber hinaus in der Rechtsordnung des Iran in einer Weise verankert, die sie zu gezielten und staatlich abgesicherten Verstößen gegen internationale Mindeststandards machen. Die Menschenrechtsverbrechen des iranischen Regimes umfassen willkürliche Verhaftungen, das Verschleppen von Gefangenen an unbekannte Aufenthaltsorte, systematische Folter und massenhafte Hinrichtungen von Oppositionellen. Jede Form der freien Meinungsäußerung wird durch den sogenannten Wächterrat, den Geheimdienst „Sawama“, durch Polizei und die Milizen der Revolutionswächter „Pasdaran“ brutal unterbunden. Zeitungsverbote und die Niederschlagung von studentischen Protesten sprechen in den vergangenen Jahren eine eindeutige Sprache. Und es ist nicht zuletzt die weibliche Hälfte der Bevölkerung des Landes, die einer systematischen und brutalen Beschneidung ihrer Rechte ausgesetzt ist. Schon geringste Verstöße gegen die Unterdrückungsgesetze, denen Frauen unterliegen, werden mit Auspeitschung bestraft, zahlreiche Frauen wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten öffentlich gesteinigt oder gehängt. Viele Überlebende dieser Verbrechen suchen seit Jahren Schutz und Sicherheit in Deutschland – auch hier bei uns in Bochum. Der Flüchtlingssozialdienst der Medizinischen Flüchtlingshilfe berät mittlerweile täglich Opfer aus dem Iran. Nicht wenige benötigen psychotherapeutische Behandlung aufgrund der traumatischen Erlebnisse, die sie durchlitten haben. Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum ruft die Bochumer Bevölkerung auf, sich an den Protesten gegen die iranische Regierungsdelegation zu beteiligen, die am Sonntag im Bergbaumuseum von Bundeswirtschaftsminister Clement empfangen wird. Iranische Flüchtlinge haben für Sonntag, den 28.11.2004, um 11.00 Uhr eine Protestkundgebung vor dem Bergbaumuseum angemeldet. |