Pressemitteilung der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V. 30. 11.2009 Abschiebestopp und Bleiberecht Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V. fordert von der Innenministerkonferenz in Bremen ein sicheres Bleiberecht für langjährig Geduldete, einen Stopp der Abschiebungen von Roma in den Kosovo und den Stopp von Abschiebungen iranischer Flüchtlinge
Vom 2. bis 4.12.2009 findet die Herbstkonferenz der Innenminister und Innensenatoren der Länder (IMK) in Bremen statt, ein Gremium der freiwilligen Zusammenarbeit der Bundesländer auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit. Neben dem Bundesgesetzgeber kann dieses Gremium im Rahmen des Verwaltungsapparates der Bundesländer über einige wichtige Themen entscheiden und entsprechende Erlasse beschließen, z.B. über in Deutschland lebende Flüchtlinge. Wir, die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V. (MFH), eine Menschenrechtsorganisation, die sich seit mehr als elf Jahren für die Rechte von Flüchtlingen einsetzt, weisen die kommende IMK in Bremen auf einige wichtige Punkte hin und fordern folgende Punkte in ihren Beschlüssen zu berücksichtigen: 1. Durch das Inkrafttreten der sog. Bleiberechtsregelungen (§ 104a Aufenthaltsgesetz) am 1.7.2007 sollen langjährig in Deutschland lebende geduldete Flüchtlinge unter bestimmten Voraussetzungen eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Diese Menschen müssen bis zum 31.12.2009 nachweisen, dass ihr Lebensunterhalt eigenständig gesichert ist oder dass sie seit dem 1.4.2009 dauerhaft mit ausreichendem Einkommen beschäftigt sind; ansonsten werden sie bestenfalls erneut geduldet, verlieren ihre Aufenthaltserlaubnis oder werden im schlimmsten Fall direkt abgeschoben. Über die Anzahl der Betroffenen
berichtet PRO ASYL: „Von ca. 35.000 Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis
nach der Altfallregelung erhalten haben, wurde diese in 80 % der Fälle
nur auf Probe erteilt. Das heißt, dass sie für den Fall, dass
ihnen die eigenständige Lebensunterhaltssicherung bis Ende des Jahres
2009 nicht gelingt, mit der Zurückstufung in die Duldung rechnen
müssen.“ Die Praxis, Menschen über Jahre hinweg ohne Aufenthaltsperspektive
mit dem Duldungsstatus zu entrechten, muss beendet werden! 2. Nach dem
Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und der neuen kosovarischen
Regierung droht nun die Abschiebung in den Kosovo für rund 10.000
in Deutschland lebende Roma-Flüchtlinge, die während des Krieges
dort nach Deutschland geflohen sind. Über sie sagte die UN-Hochkommissarin
für Menschenrechte, Navanethem Pillay, dass alle Minderheiten im
Kosovo "ernsthaften Gefahren ausgesetzt sind, die ihr Leben und ihre
grundlegenden Freiheiten bedrohen" (taz, 16.9.09). Die Minderheiten
aus dem Kosovo leiden unter massiver Diskriminierung.
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