http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2008/5/4/news-43383390/detail.html


Therapiezentrum für Folteropfer
Bochum, 04.05.2008
Medizinische Flüchtlingshilfe wird eines von weltweit 136 Zentren für Überlebende von Folter

Der Verband "Internationaler Rehabilitierungsrat für Folteropfer" (IRCT) hat die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum als Mitglied anerkannt. Damit wir der Verein eines von weltweit 136 Zentren, das die Opfer von Folter oder anderen schweren Menschenrechtsverletzungen qualifiziert betreut. "Für unsere Arbeit ist dies sicherlich eine umfassende Anerkennung und ein großer Schritt nach vorn", erklärt Knut Rauchfuss vom Vorstand der Medizinischen Flüchtlingshilfe. Allein 2007 hat der Verein mehr als 350 Menschen versorgt. 69 Flüchtlinge erhielten außerdem eine spezielle psychotherapeutische Versorgung.

Der IRCT ist ein internationaler Dachverband von Therapiezentren für Folterüberlebende. Er geht auf das weltweit erste Zentrum, das 1982 in Kopenhagen eröffnet wurde, zurück. Die Mitglieder dokumentieren Folterfolgen, bieten therapeutische Maßnahmen und engagieren sich weltweit für die Prävention von Folter.

Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum nahm 1998 als eine der ersten deutschen Organisationen ihre Arbeit auf. Derzeit versorgen vier Therapeuten und ein Sozialarbeiter täglich Menschen, die unter den Nachwirkungen von Folter, Krieg und anderen Menschenrechtsverletzungen leiden. Die Leistungen sind für die Betroffenen kostenfrei und werden aus Spenden sowie durch Stiftungsgelder finanziert. mike