Ehrenamt BOCHUM Sie fliehen
vor Gewalt und Verfolgung, manche auch vor Folter. Die Medizinische Flüchtlingshilfe
in Bochum möchte diesen Menschen helfen. Die Arbeit ist für
die Ehrenamtlichen nicht immer einfach. Auf den ersten Blick sieht das Bild aus wie eine unschuldige Kinderzeichnung. In Wahrheit zeigt es grauenhafte Szenen aus dem irakischen Bürgerkrieg. "Dies ist der schlimmste Tag meines Lebens", hat die Malerin darunter geschrieben. Betreuung Mit Erfahrungen wie diesen kommen Menschen in die Räume der Medizinischen Flüchtlingshilfe (MFH) am Dr.-Ruer-Platz. Sie fliehen vor Gewalt und Verfolgung in ihren Heimatländern, viele von ihnen sind Folteropfer. "Die Geschichten, die diese Menschen erzählen, sind auch für uns belastend", gesteht Kirsten Ben Haddou. Auch die Betreuer werden deshalb regelmäßig betreut. Mehr als nur Notfallversorgung Als die MFH 1987 ins Leben gerufen wurde, wollte sie Flüchtlingen zu einer medizinischen Betreuung verhelfen, die über eine bloße Notfallversorgung hinausgeht. Mittlerweile muss sie viel mehr tun: über Psychotherapie und Kunsttherapie, Sozialdienst bis hin zum internationalen Kampf gegen Kriegsverbrecher. "Gerechtigkeit heilt" "Wenn die Opfer sehen, dass ihre Peiniger bestraft werden, ist das für ihre Heilung beinahe wichtiger als eine Psychotherapie", sagt Ben Haddou. "Gerechtigkeit heilt" heißt deshalb die Kampagne der MFH. Selbst wenn Menschen vor Verfolgung und Straftaten aus ihrer Heimat fliehen konnten, kommen sie hier nicht immer zur Ruhe. Oft haben sie zum Beispiel keine Papiere mehr. "Jedes Mal, wenn sie dann beim Arzt auftauchen, müssen sie Angst haben, angeschwärzt zu werden", erklärt Ben Haddou. Dann drohe ihnen die Abschiebung. Sprechstunde Hier können Ehrenamtliche helfen: Einmal in der Woche vermitteln sie im Bahnhof Langendreer in einer Sprechstunde Flüchtlinge an Ärzte, die anonym und ebenfalls ehrenamtlich behandeln. Die freiwilligen Helfer greifen Flüchtlingen außerdem beim Umgang mit Behörden unter die Arme, klären sie über Rechte und Pflichten auf und klären mit Infoständen die Öffentlichkeit über die Situation der Aussiedler auf. In der Gesellschaft nämlich sei die Meinung über Aussiedler äußerst schlecht. Dagegen möchten bei der MFH alle ankämpfen, sagt Ben Haddou. "Denn das wird den Schicksalen und den Biographien der betroffenen Menschen einfach nicht gerecht." Quelle: Ruhr Nachrichten.de, 27.12.2009
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