TRAUMA UND THERAPIE


Seminar

Frühe Interventionen
nach Psychotrauma

28. – 30.3.2003
.

Veranstaltungsreihe der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V. und des Internationalen Vereins für Menschenrechte der Kurden (IMK) e.V.


Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

im öffentlichen Diskurs, wie auch in Veröffentlichungen von Behörden ist ein zunehmend inflationärer Umgang mit dem Wort "Trauma" zu verzeichnen. Sogar fachmedizinisch wird gelegentlich offensiv vertreten, dass die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD) nicht entsprechend der Ursache des Traumas differenziert werden müsse; sie könne daher von den herkömmlichen therapeutischen Einrichtungen hinreichend abgedeckt werden.
Durch diese Auffassung werden extreme Traumatisierungen durch Folter und Krieg mit Erfahrungen von z.B. Naturkatastrophen oder Arbeitslosigkeit gleichgesetzt und banalisiert und somit den Betroffenen eine angemessene und spezifische Behandlung verweigert.
Die Praxis der Behandlungszentren für Überlebende von Krieg und Folter zeigt, dass die unter PTSD zusammengefassten Symptome lediglich einen Ausschnitt der zahlreichen möglichen Folgen der Traumatisierung darstellen. Die Erfahrung von Ohnmacht und Gewalt hinterlässt vielschichtige psychische und psychosomatische Beschwerden unterschiedlichen Ausmaßes, zu denen die gegenwärtigen Ausgrenzungen und Sondergesetze für Flüchtlinge im Exilland als Bestandteil des traumatisierenden Prozesses hinzukommen und therapeutisch berücksichtigt werden müssen.

Im Rahmen der bisher geplanten vier Veranstaltungen möchten wir mit ExpertInnen im Umgang mit Opfern von Krieg und staatlicher Gewalt über Entstehungsbedingungen von Extremtraumatisierungen und Therapiemethoden, sowie über die vielschichtigen Hindernisse in der Arbeit mit Betroffenen informieren und diskutieren.
Die Fortbildungsreihe richtet sich an KollegInnen in der Arbeit mit Opfern von Krieg und Gewalt, sowie an alle, die sich für diesen Aufgabenbereich interessieren.

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!

Knut Rauchfuss   Imihan Zorlu
(Med. Flüchtlingshilfe e.V.)   (IMK e.V.)

 

 

PROGRAMM

1. Veranstaltung:
21. September 2002, 11.00 bis 17.00 Uhr

Trauma und Therapie
Ursachen und Entstehung von Traumata, Diagnostik und praktische Erfahrungen in der Therapie Traumatisierter

ReferentInnen:
Renate Gedenk, Sprecherin der Koordinationsgruppe gegen die Folter, Amnesty International
Joachim Sobotta, Dipl. Pädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie (ehem. Mitarbeiter im Psychosozialen Zentrum Düsseldorf)

 

2. Veranstaltung:
16. November 2002, 11.00 bis 17.00 Uhr

Ansätze der Therapie Traumatisierter

Referenten:
Ernst-Ludwig Iskenius, Refugio - Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge e.V., VS-Villingen: Zum Teufel mit der Therapie???
Dr. Peter Schröder, Arzt und Psychotherapeut, Freiburg (ehem. Mitarbeiter der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika): Zum Teufel mit der Therapie!!!

 

3. Veranstaltung:
14. Dezember 2002, 11.00 bis 17.00 Uhr

Sexualisierte Gewalt an Frauen im Krieg
Ursachen, Folgen und Unterstützungsmöglichkeiten für kriegstraumatisierte Frauen

Referentinnen:
Karin Griese, Soziologin, Mitarbeiterin der Kölner Hilfsorganisation medica mondiale e.V.
Cinur Ghaderi, Dipl. Psychologin, Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf

 

4. Veranstaltung:
15. Februar 2003, 11.00 bis 17.00 Uhr

Methodenflexibilität in der Traumatherapie von Kindern und Jugendlichen

Referent:
Salah Ahmad, Dipl. Pädagoge, Systemischer Familientherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin

Trauma und Versöhnung: Flüchtlingsfamilien in Diagnostik, Beratung und Therapie

Referent:
Dr. med. Hubertus Adam, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Universität Hamburg, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Ambulanz für Flüchtlingskinder und ihre Familien



DIESE VERANSTALTUNGSREIHE WIRD FORTGESETZT.
Wir laden Sie außerdem ein zu dem mehrtägigen Spezialseminar "Frühe Interventionen nach Psychotrauma, mit Personal Debriefing" (28.–30.3.2003).

 

Tagungsleitung:
Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
Internationaler Verein für Menschenrechte der Kurden (IMK) e.V.

Tagungsgebühr:
je Veranstaltung 5,-- Euro (inkl. Getränke)

Tagungsort:
Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3 (Ebertplatz)
50670 Köln

Raum: Südtrakt, Großes Forum

Anfragen und Anmeldung:
Bitte, benutzen Sie das Anmeldeformular und schicken oder faxen Sie es an:
IMK e.V.
Frau Gudrun Mathes
Postfach 200 738
53137 Bonn
Tel.: 02 28/ 36 28 02
Fax: 02 28/ 36 32 97
E-Mail: imkkurds@aol.com

Weitere Informationen:
Hintergrundtexte der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V.