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Veranstaltungsreihe der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
und des Internationalen
Vereins für Menschenrechte der Kurden (IMK) e.V.
Liebe Kolleginnen, liebe
Kollegen,
im öffentlichen
Diskurs, wie auch in Veröffentlichungen von Behörden ist ein
zunehmend inflationärer Umgang mit dem Wort "Trauma" zu
verzeichnen. Sogar fachmedizinisch wird gelegentlich offensiv vertreten,
dass die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen (PTSD)
nicht entsprechend der Ursache des Traumas differenziert werden müsse;
sie könne daher von den herkömmlichen therapeutischen Einrichtungen
hinreichend abgedeckt werden.
Durch diese Auffassung werden extreme Traumatisierungen durch Folter und
Krieg mit Erfahrungen von z.B. Naturkatastrophen oder Arbeitslosigkeit
gleichgesetzt und banalisiert und somit den Betroffenen eine angemessene
und spezifische Behandlung verweigert.
Die Praxis der Behandlungszentren für Überlebende von Krieg
und Folter zeigt, dass die unter PTSD zusammengefassten Symptome lediglich
einen Ausschnitt der zahlreichen möglichen Folgen der Traumatisierung
darstellen. Die Erfahrung von Ohnmacht und Gewalt hinterlässt vielschichtige
psychische und psychosomatische Beschwerden unterschiedlichen Ausmaßes,
zu denen die gegenwärtigen Ausgrenzungen und Sondergesetze für
Flüchtlinge im Exilland als Bestandteil des traumatisierenden Prozesses
hinzukommen und therapeutisch berücksichtigt werden müssen.
Im Rahmen der bisher geplanten vier Veranstaltungen möchten wir mit
ExpertInnen im Umgang mit Opfern von Krieg und staatlicher Gewalt über
Entstehungsbedingungen von Extremtraumatisierungen und Therapiemethoden,
sowie über die vielschichtigen Hindernisse in der Arbeit mit Betroffenen
informieren und diskutieren.
Die Fortbildungsreihe richtet sich an KollegInnen in der Arbeit mit Opfern
von Krieg und Gewalt, sowie an alle, die sich für diesen Aufgabenbereich
interessieren.
Wir freuen uns auf Ihre/Eure
Teilnahme!
| Knut
Rauchfuss |
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Imihan
Zorlu |
| (Med. Flüchtlingshilfe
e.V.) |
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(IMK e.V.) |
| PROGRAMM |
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1. Veranstaltung:
21. September 2002, 11.00 bis 17.00 Uhr
Trauma und Therapie
Ursachen und Entstehung von Traumata, Diagnostik und praktische
Erfahrungen in der Therapie Traumatisierter
ReferentInnen:
Renate Gedenk, Sprecherin der Koordinationsgruppe gegen die Folter,
Amnesty International
Joachim Sobotta, Dipl. Pädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie
(ehem. Mitarbeiter im Psychosozialen Zentrum Düsseldorf)
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2. Veranstaltung:
16. November 2002, 11.00 bis 17.00 Uhr
Ansätze der Therapie Traumatisierter
Referenten:
Ernst-Ludwig Iskenius, Refugio - Kontaktstelle für traumatisierte
Flüchtlinge e.V., VS-Villingen: Zum Teufel mit der Therapie???
Dr. Peter Schröder, Arzt und Psychotherapeut, Freiburg (ehem.
Mitarbeiter der Wahrheits- und Versöhnungskommission in Südafrika):
Zum Teufel mit der Therapie!!!
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3. Veranstaltung:
14. Dezember 2002, 11.00 bis 17.00 Uhr
Sexualisierte Gewalt an Frauen im Krieg
Ursachen, Folgen und Unterstützungsmöglichkeiten für
kriegstraumatisierte Frauen
Referentinnen:
Karin Griese, Soziologin, Mitarbeiterin der Kölner Hilfsorganisation
medica mondiale e.V.
Cinur Ghaderi,
Dipl. Psychologin, Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge
Düsseldorf
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4. Veranstaltung:
15. Februar 2003, 11.00 bis 17.00 Uhr
Methodenflexibilität
in der Traumatherapie von Kindern und Jugendlichen
Referent:
Salah Ahmad, Dipl. Pädagoge, Systemischer Familientherapeut,
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Behandlungszentrum für
Folteropfer Berlin
Trauma und Versöhnung: Flüchtlingsfamilien
in Diagnostik, Beratung und Therapie
Referent:
Dr. med. Hubertus Adam, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
und Psychotherapie, Universität Hamburg, Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters, Ambulanz für
Flüchtlingskinder und ihre Familien
DIESE VERANSTALTUNGSREIHE WIRD FORTGESETZT.
Wir laden Sie außerdem ein zu dem mehrtägigen Spezialseminar
"Frühe Interventionen
nach Psychotrauma, mit Personal Debriefing" (28.30.3.2003).
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Tagungsleitung:
Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
Internationaler Verein für Menschenrechte der Kurden (IMK) e.V.
Tagungsgebühr:
je Veranstaltung 5,-- Euro (inkl. Getränke)
Tagungsort:
Alte Feuerwache, Melchiorstraße 3 (Ebertplatz)
50670 Köln
Raum: Südtrakt, Großes Forum
Anfragen und Anmeldung:
Bitte, benutzen Sie das Anmeldeformular
und schicken oder faxen Sie es an:
IMK e.V.
Frau Gudrun Mathes
Postfach 200 738
53137 Bonn
Tel.: 02 28/ 36 28 02
Fax: 02 28/ 36 32 97
E-Mail: imkkurds@aol.com
Weitere Informationen:
Hintergrundtexte
der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V.
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